Seit über 2.000 Jahren sind in Indien Hunderttausende Mädchen in die rituelle Sklaverei gezwungen worden. Bereits im Alter von vier Jahren werden junge Mädchen manchmal in Zeremonien, die einer Hochzeit ähneln als Jogini geweiht. Das bedeutet, dass sie bei Erreichen der Pubertät Gemeinschaftseigentum des Dorfes sind und von jedem Mann aus dem Ort zu jeder Zeit an jedem Ort für sexuelle Dienste zur Verfügung stehen muss. Sie ist damit gefangen in lebenslänglicher sexueller Sklaverei.

Was bringt eine Familie dazu, diesen Schritt zu gehen? Oft empfinden die Eltern, sie haben keine andere Wahl. Sie selbst sind gefangen in finanzieller Abhängigkeit. Vielleicht brauchen sie eine lebensrettende medizinische Behandlung, damit die Frau wieder arbeiten kann. Oder sie sind durch Kredite von Kredithaien für Nahrung und Unterkunft so überschuldet, dass es für sie keinen anderen Ausweg mehr gibt. Sie erhoffen sich in ihrer Verzweifelung dadurch die Gunst der Tempelgötter um ihre finanziellen Sorgen zu lösen.

Obwohl diese Praxis seit 1988 illegal ist (Sie lesen richtig: 1988 und nicht 1888), gibt es Schätzungen zufolge heute noch weit über 100.000 Joginis in Indien. Geschlechtskrankheiten, HIV/Aids und allgemein schlechte Gesundheit sind oft die Folge. Psychische Probleme und Depressionen sind dadurch ebenfalls weit verbreitet. Die Frauen werden stigmatisiert und körperlich, sexuell, emotionell und finanziell missbraucht. Die meisten von ihnen haben nie eine Schule besucht, und sind, obwohl viele von ihnen in großer Armut leben, drogenabhängig. All‘ diese Faktoren bedeuten, dass sie in ihrem Leben weder Würde noch Freiheit kennen.

Niemand sollte solch ein Leben führen müssen! Deshalb arbeiten im Rahmen von Good Shepherd Frauen, die selbst diesem Leben entkommen und nun frei sind, sogenannte „Freedom Fighters“. Sie kümmern sich in besonderer Weise um diese zerbrochenen und missbrauchten Frauen. Wiederherstellung und Genesung ist möglich, ist jedoch ein langer Prozess, in dem die „Freedom Fightes“ die jungen Frauen begleiten.

DFN ist auch hier Sprachrohr für Good Shepherd und möchte dazu beitragen, dass für viele Joginis der Weg in die Freiheit möglich wird und sie die Würde, auch der wirtschaftlichen Eigenständigkeit, erhalten.

 

(credit DFN USA)