Als sie 8 Jahre alt war, verliess sie die Schule.

Weil sie in einer Situation der Armut aufwuchs, war es wichtiger, ein paar extra Rupien pro Woche für die Familie zu verdienen als lesen und schreiben zu lernen. Mit ihrer geringen Schulbildung heiratete sie bevor sie 18 war und hatte bald darauf drei KInder zu versorgen. Mansi und ihr Ehemann strengten sich an, um ihre Kinder zu versorgen. Sie verkaufte Kuhmilch, und ihr Ehemann arbeitete als landwirtschaftliche Hilfskraft. Mit ihrem gemeinsamen Tageseinkommen von weniger als 3 Euro versuchten sie das Leben zu meistern. Sie wohnten zusammen in einem Raum und konnten sogar ihre Kinder in die Schule schicken. Sie waren voller Stolz, als alle drei den Schulabschluss erreichten!


Dann wurde sie eine lokale Gottheit.

Vor vier Jahren lies der lokale Hindu-Priester verlauten, die Götter hätten mit ihm gesprochen und ihm gesagt, Mansi solle die Göttin für den Ort werden. Diese Rolle bedeutete höheres Ansehen und höheres Einkommen für die Familie, weil sie religiöse Zeremonien für die Dorfbewohner verrichten solle. Aber selbst das war kein Schutz vor Tragödien in der Familie. Als ihr ältester Sohn vor zwei Jahren verschwand,brachte sie den Göttern viele Gebete und Opfer. Je länger er vermisst wurde, desto verzweifelter wurde sie.


Im Alter von 45 forderten Trauer und Krankheit ihren Zoll.

In einer Entfernung von kaum zehn Kilometern begann ein team von Community Health Worker damit, eine monatliche medizinische Sprechstunde in Mansis Ort durchzuführen. Mansi kam zur allerersten Sprechstunde, um Hilfe gegen ihre chronischen Kopfschmerzen und ihre Schwindelanfälle zu erhalten. Die medizinische Diagnose: Diabetes und Depression, zwei Leiden, die ihre Lebensfreude raubten, und die ihr, ohne Behandlung, im weiteren Verlauf das Leben kosten könnten.


Heilung an Geist, Seele und Leib!

Es dauerte nicht lange, bis Mansi für mehr als nur die Diabetes Heilung fand. Sie fand ebenfalls Heilung ihrer Gedanken und ihrer Seele. Sie hatte sich durch ihre Rolle im Tempel ausgenutzt, gar ausgebeutet, gefühlt. Ihr erster Schritt ist nun, genügend Geld für eine Zeremnie zu sparen, die ihre Rolle als Göttin für den Ort beendet, damit sie ein neues Leben beginnen kann. Sie lernt nun neue Fertigkeiten um ihre Familie versorgen zu können. Und sie hat Zugang zu einer Gemeinschaft gefunden der sie sich zugehörig fühlt und in der sie als Person wertgeschätzt wird. Und das Wichtigste: sie findet Hoffnung für ein langes, erfülltes Leben!


Gesundheitswesen ist so viel mehr als Bandagen und Blutbild. Es geht um die Gesundheit des ganzen Menschen, Gesundheit an Leib, Seele und Geist.

 

(Credit DFN USA)