Alle 1,4 Milliarden Inder sind für die absehbare Zukunft im Lockdown, um die Verbreitung des Covid-19 Virus einzudämmen. Obwohl die AHA-Regeln wichtig sind, um die Kurve dieses hoch infektiösen Viruses niedrig zu halten, lassen Sie uns kurz darüber nachdenken, was diese Vorschriften für Millionen von Indern ganz praktisch bedeuten.

Die meisten indischen Familien leben mit Müttern, Vätern, Großeltern, Kindern oder Enkeln, zusammen in einem Haus. Es können manchmal mehr als zehn Personen in einem ein- oder Zweizimmer Appartment leben, mit wenig Platz für Abstand oder Quarantänemöglichkeiten. In den Slums liegen die Hütten eng aneinander, ohne einen Meter Platz dazwischen.

Im ländlichen Raum oder in den Slums gibt es fast keine Elektrizität oder fließendes Wasser. Händewaschen oder das Desinfizieren von persönlichen Dingen ohne frisches, sauberes Wasser, Seife oder andere Reinigungsmittel, ist so gut wie unmöglich.

Das Abstandhalten ist für eine Kultur, für die soziale Interaktion ein hohes Gut bedeutet, besonders herausfordernd. Nicht mit Nachbarn reden zu können oder sich auf dem Marktplatz beim Gemüseeinkauf treffen zu dürfen ist für Viele emotionell sehr schwer. Durch einen Mangel an Information und Kenntnis darüber, wie das Virus sich ausbreitet, ist für viele Menschen aus den ärmeren Gegenden nicht nachvollziehbar, wie sich dieser unsichtbare Feind, nur durch einen kurzen Handschlag, eine kleine Umarmung, eine kurze Unterhaltung verbreiten kann.

Viele wurden nie über Gesundheits- und Hygienestandards aufgeklärt und verlassen sich, im Falle einer Erkrankung, eher auf traditionelle Hausmittel, als eine ausgebildete Person im Gesundheitswesen aufzusuchen. Und obwohl in indischen Städten eines der besten Gesundheitswesen weltweit zu finden ist, ist die Infrastruktur hierfür in dem riesigen, ländlichen Raum so gut wie nicht existent. Es gibt keine Krankenhäuser oder Kliniken. Die Menschen, die erkranken, haben wenig Chancen auf Hilfe.

Wenn wir im Westen vom Homeoffice aus arbeiten können, gibt es hunderte Millionen von Tagelöhnern in Indien, die nicht bezahlt werden, wenn sie nicht arbeiten. Sie leben am Existenzminimum ohne Rücklagen oder Versicherungen, auf die sie zurückgreifen können. Arbeiten sie nicht, gibt es für die Familie keine Nahrung. Die Regierung mag hin und wieder Lebensmittelverteilungen organisieren, aber wird das reichen?

Lassen Sie uns für Indien beten, denn allein durch die schiere Größe und Anzahl der Bevölkerung, besteht ein sehr hohes Risiko, am Virus und seinen Auswirkungen zu erliegen. Lassen Sie uns das tun was wir tun können, da wo wir gerade sind und lassen Sie uns Solidarität üben mit unseren Brüdern und Schwestern in diesem wundervollen Land, Indien.

(Credit DFN USA)