Die drei jungen Erwachsenen lachen miteinander, necken sich und fordern sich gegenseitig heraus – wie normale Geschwister, die eine gute Beziehung mit­einander haben. Aber es sind keine typischen Geschwister. Sie wurden in eine Familie hinein­geboren, in der die Mutter praktisch alleinerziehend war – der Vater größtenteils abwesend. Und: sie kamen als Dalits zur Welt, mit all’  den Nachteilen, die diese Gesellschaftsschicht mit sich bringt.

Für die drei Kinder, Pranitha, Praveen, and Pravalikha, gab es bei ihrer Geburt wenig Hoffnung, jemals ein System überwinden zu können, das Menschen lebenslang ihrer verachteten Gesellschaftsschicht gefangen hält.

Aber zum Glück wurde ihr Schicksal nicht bei ihrer Geburt besiegelt.

Die Familie hörte zum ersten Mal von der nahe gelegen Schule als Pranitha 10 Jahre alt war. Ob es für sie je eine Möglichkeit geben könnte, diese Schule zu besuchen? Eine großzügige finanzielle Unterstützung für Schüler dieser Schule aus dem Ausland ermöglichte allen drei Geschwistern einen Schulbesuch. Alle begannen voller Eifer und Begeisterung zu lernen. Zudem waren sie während des Schulbesuchs wenigstens vor den Exzessen einer Umgebung geschützt, in der gewalttätiger Alkoholismus und dunkle Beklemmung an der Tagesordnung waren. In der Schule konnten sie Spaß mit neuen Freunden haben und entdeckten durch den Unterricht und die Bücher, die sie lasen, neue Welten. In dieser Atmosphäre des Lernens blühten sie förmlich auf und begannen davon zu träumen, was sie einmal werden möchten.

Nach Abschluss der Schule schlugen alle drei Geschwister einen höheren Bildungsweg ein. Das war eine beachtliche Leistung! Es bedeutete, dass der Notendurchschnitt ihres Abschlussexamens gut genug für einen der begehrten Plätze an einer Hochschule war.

Inzwischen ist Pranitha promovierte Pharmazeutin. Ihre Schwester Praveen ist Bilanzbuchhalterin und ihr Bruder Pravalika absolviert eine Ausbildung im gehobenen Polizeidienst. Das Apartment, in dem sie gemeinsam wohnen, bietet genügend Platz auch für ihre Mutter, die sie in der Zwischenzeit zu sich geholt haben.