Als junge Frau war Nadia gefangen in einer gewalttätigen Ehe.

Sie wusste nie, wann ihr betrunkener Ehemann nach Hause kommen und seine Wut an ihr auslassen würde. Mit zwei jungen Söhnen war es nur eine Frage der Zeit, bis sie selbst Ziel seinere Attacken sein würde. Ein Neuanfang ist in keiner Kultur einfach. Aber für eine ledige, ungebildete Mutter in einem ländlichen Dorf in Indien ist das fast unmöglich.

Das war vor neun Jahren.

Das war auch, bevor Amara, eine unserer Community Health Worker (CHW), behutsam in das Leben von Nadia’s Zuhause trat. Durch diese Begegnung begann Nadia einen Ausweg zu sehen, die Möglichkeit, ein neues Leben mit “Hoffnung und Zukunft” zu beginnen.

 

Heute ist Nadia in ihrem Dorf an vorderster Front in der COVID-19 CrisisBekämpfung tätig.


Als eine Community Health Worker unterweist sie nun Menschen in der Wichtigkeit guter Hygiene sowie der Wichtigkeit, körperlichen Abstand zu wahren. Sie sorgt für Handwaschgelegenheiten und hält Ausschau, ob sie in dieser Zeit Anzeichen von Hunger, Erkrankung und Gewalt entdeckt.

 

Durch dieses Engagement begegnete sieTaara, einer 51-jährige Alleinerziehenden, die kürzlich ihren Sohn durch Suizid verloren hatte.

Nadia fand Taara,einsam, isoliert und deppressiv. Sie machte es zur regelmäßige Routine, mehrmals in der Woche bei Taara vorbeizuschauen und mit einer Tasse frisch zubereiteten Tasse Chai mit ihr zu reden. Für Taara war das wie ein erfrischende Brise. Die wachsende Freundschaft linderte ihren Schmerz.

 

Kürzlich kontaktiere Taara Nadia, weil sie hohes Fieber und einen Husten hatte.

Weil sich niemand um sie kümmerte, wurde Taara von Furcht und Beklemmung gepackt. Nadia war schnell zur Stelle und stellte sicher, dass Taara mit den notwendigen Medikamenten versorgt wurde. Das gab ihr großen inneren Frieden. Taara erholte sich inerhalb weniger Wochen – auch Dank Nadias fürsorglicher Pflege!

 

Wir werden nie wissen, ob Taara mit dem Corona-Virus infiziert war. In Indien gibt es nicht genügend Testmöglichkeiten, um darüber Gewissheit zu erlangen. Aber eine ledige mittellose Frau bedeutet für die meisten Spitäler und Klinien ein zu hohes Risiko. Allzuoft wird Frauen wie Taara deshalb der Zugang zu medizinischer Hilfe verwehrt, auch, weil viele Gesundheitsarbeiter primär um ihre eigene Gesundheit besorgt sind.

 

Aber Nadia sorgte sich nicht. Taara, und Menschen in ähnlichen Situationen sind “ihre” Menschen.

Sie hat ihre Vergangenheit nicht vergessen und kümmert sich nun um Menschen wie Taara. Das ist die Berufung vieler Community Health Workers in Indien: Sie kümmern sich um Menschen, die durch alle Netze fallen, Menschen, die von der Gesellschaft ignoriert werden. Und genau das sind auch die Menschen, nach denen wir Ausschau halten und denen wir dienen.

 

Vor neun Jahren fand Nadia Hoffnung durch eine engagierte Gesundheitsarbeiterin, die an forderster Front arbeitete. Heute ist sie es, die Hoffnung vermittelt.

 

Das ist Gesundheitsfürsorge vom Feinsten! Das ist DFN. Das ist Ihr DFN.