Das hier ist Kala. Sie ist die Tocher von Dalits, die für ein paar Rupien pro Tag als manuelle Latrinenreiniger arbeiten. Als Ausgestoßene war ihren Eltern das Wohlwollen der Gottheiten ein großes Anliegen. Sie hofften, dadurch würden sich ihre Lebensumstände ändern. Als die Dorfbewohner die Eltern drängten Kala als Jogini zu weihen, stimmten sie zu in der Hoffnung, ihre Situation würde sich dadurch verbessern.

Als junges Mädchen wachte Kala jede Nacht schreiend auf. Sie konnte nicht mehr schlafen und zitterte vor Angst. Selbst als kleines Mädchen wusste sie tief innen um das, was sie erwartete: Das schrecklichen Leben der ritualisierten Prostitution.

Aber das war, bevor sie im Pratigya Schutzhaus für Mädchen lebte.

Als Sozialarbeiterinnen vom Good Shepherd Anti Trafficking Unit (dem Team zur Bekämpfung des Menschenhandels) von Kalas bevorstehender Weihe hörten, traten sie in Aktion. Gemeinsam mit einigen Freedom Fighters versuchten sie Kalas Eltern davon zu überzeugen, diesen Schritt nicht zu gehen. Diese stimmten schlussendlich zu und waren bereit, Kala in einem Schutzhaus die Möglichkeit zu geben, sicher und wohlbehalten aufzuwachsen.

Heute lebt Kala zusammen mit 54 weiteren Mädchen und jungen Frauen im „Pratigya Shelter Home for Girls“. Unter der liebevollen Fürsorge der Hausmutteer sowie der Lehrer der nahen Good Shebherd School blühen die jungen Frauen auf – aus ehemals verängstigten Mädchen werden selbstsichere und gewinnende junge Frauen. Die Mitarbeiter stehen ihnen dabei mit Gesundheitsfürsorge und Seelsorge zur Seite. Junge Frauen, die bislang keine Möglichkeit hatten eine Schule zu besuchen, durchlaufen eine praktische Ausbildung, wo sie grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit Geld erwerben sowie Fertigkeiten, die für eine wirtschaftliche Eigenständigkeit notwendig sind. Indem sie ihren eigenen Wert als Mensch wieder entdecken und annehmen, werden ihre Würde und ihre Freiheit werden wiederhergestellt

Unser gegenwärtiges Schutzhaus hat Platz für 55 junge Frauen. Von der Regierung des Bundesstaates wurde es als herausragendstes Schutzhaus für Opfer des Menschnandels im gesamten Bundesstaat bewertet! Aber mit mehr als 250.000 Joginis in ganz Indien wollen und müssen wir mehr tun.  Deshalb bauen wir ein neues Schutzhaus, das 150 gefährdeten oder befreiten Mädchen und jungen Frauen Platz bietet.

 

Sketch of the new 150-bed shelter

Kala träumt nun davon, Lehrerin zu werden, zu heiraten und eine eigene Familie zu gründen.

Damit das Vorhaben dieses Schutzhauses (sowie weitere an anderen Standorten) gelingen kann, ist Unterstützung nötig, private und institutionelle – auch aus dem Ausland.

[Aus Schutzgründen verwenden wir Beispielbilder und Pseudonyme]

(credit DFN USA)