Weil alle Kinder der Familie Mädchen waren, weihten sie eine von ihnen, Nira, als Jogini. Sie glaubten, die Gottheiten würden wie für dieses Opfer belohnen. Nach der Weihe leben Joginis weiterhinm Dorf der Familie, müssen aber jedem Dorfbewohner für sexuelle Dienste zur Verfügung stehen: Ritualisierte Prostitution der schrecklichsten Art. 

Nira wurde damit die einzige Einnahmequelle der ganzen Familie. Ihr Vater litt an TB und ihre Mutter hatte große Atemprobleme. Und dann war da noch die ältere Schwester, deren Ehemann sie und ihr kleines Kind verlassen hatte. Nira selbst hatte ebenfalls zwei eigene Kinder. Für sie beinhaltete das Leben nur äußeres Elend und innere Scham.

Aber inmitten dieser Dunkelheit spürten die „Freedom Fighters“ sie auf. Freedom Fighters sind Frauen, die selbst eine Vergangenheit als Jogini haben und diesem System entkommen sind. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, misshandelte und alleingelassene Frauen zu suchen. Und sie fanden Nira. Es war ihre liebevolle Art und ihre Freundlichkeit, die Niras Her erwärmte. Nach einigen Monaten war das Vertrauen so weit gewachsen, dass Nira ihrer Einladung in die Freiheit, Gott sei Dank, folgen konnte!

Diese Frau ist eine von 250 Freedom Fighters in Indien

Mit dem Versprechen, dass sie Schutz erfahren würde, und den Mut der Gemeinschaft von Schwestern mit ähnlichem Hintergrund, verlies Nira das Leben als Jogini. Sie erhielt fachliche Anleitung sowie einen finanziellen Zuschuss, um ihr Leben neu aufbauen zu können. Sie begann, einen kleinen Teeladen zu betreiben.

Es ist ja logisch: Wenn die Fesseln gelöst werden, dann werden die früheren Besitzer wütend. Das Dorf boykottierte ihren Teeladen; sie war gezwungen, ihr Geschäft zu schließen. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als Tagelöhnerin auf dem Feld zu arbeiten. Ein Mann aus dem Ort wollte sie weiterhin als Jogini nutzen. Als sie sich ihm verweigerte, drang dieser in ihr Haus ein und schlug und misshandelte sie während das Dorf zuschaute.

But in the midst of that darkness, Aber inmitten dieser Dunkelheit kam ihre Cousine ihr zur Rettung. Sie brachte sie in eine Klinik – und hier traten unsere Freedom Fighter wieder in Aktion. Nira und ihre Kinder leben nun unter besonderem Schutz an einem anderen Ort. So bald es die Situation erlaubt möchte sie wieder einen Teeladen eröffnen und ihre Kinder in die Schule schicken. Sie steht wieder auf, weil sie die engagierte Liebe einiger sehr mutiger Frauen erfahren hat. Und sie selbst wird neue Bedeutung und Schönheit in ihrem Leben erfahren.

Wir können nicht alle direkt vor Ort unterstützen,
aber wir können alle in gewisser Weise „
Freedom Fighters“ sein.

Jeder von uns ist berufen, Licht an die dunkelsten Orte zu bringen. Und: inmitten der Dunkelheit braucht es meistens nur ein wenig Licht…

[Aus Schutzgründen verwenden wir Beispielbilder und Pseudonyme]

(credit DFN USA)